Reminiszenzen an die alte Zeit dürfen nicht fehlen, wenn eine Ortschaft Jubiläum feiert. Dafür stand beim Auftakt der Festveranstaltungen für 700 Jahre Mümling-Grumbach unter anderem der Auftritt von Pfarrer Klaus Schimmel mit der Drehorgel. Foto: Wolfgang Kraft

Auftakt für 700-Jahr-Feier


Gemeinschaftsjubiläum: Mümling-Grumbach wird 700 Jahre alt und wird dafür von seinen Bürgern gefeiert

Mit einer Auftaktveranstaltung im evangelischen Gemeindehaus fiel am Samstagabend der Startschuss für das Festjahr ,,700 Jahre Mümling-Grumbach". Die Planungsgruppe für das Jubiläumsprogramm unter der Regie von Ilse Schmauß bezog die Bevölkerung damit zugleich in die Endphase der umfangreichen Festvorbereitungen ein.

Das geschah unterhaltsam mit einem bunten Programm, das ein umfassendes Bild des Porträts von Geschichte und Gegenwart der staatlichen Ortschaft vermittelte, das in diesem Jahr gezeichnet werden soll. So trugen neben einer Tanzformation mit Schülerinnen der Ernst-Göbel-Schule Höchst der eigens für das Jubiläum gegründete ,,Grumbacher Theatertreff" (GTT) mit einem Ausschnitt aus dem Theaterstück ,,Matronenstein" aus der frühen Siedlungsgeschichte des Ortes ebenso zur Gestaltung des Abends bei - wie etwa Pfarrer Klaus Schimmel, der seiner Drehorgel das Lied ,,Tief im Odenwald" entlockte.

Im Mittelpunkt der so repräsentierten Vorbereitungen steht die Herausgabe einer Dorfchronik, deren Bildmaterial an diesem Abend mit einer Diashow präsentiert wurde. Laut Ilse Schmauß sind dafür von der elf Personen zählende Planungsgruppe umfangreiche Recherchen angestellt und bei den Ortsbürgern große Bestände an alten Fotos und Textbeiträgen zusammengetragen worden.

Die Schriftleitung für dieses heimatgeschichtlich bedeutsame Werk, das vom Höchster Verein für Heimatgeschichte verlegt wird, hat Heinz Reitz übernommen. Dessen Ausführungen zufolge wird die Dorfchronik über ,,700 Jahre Grumbach an der Mümling", reich illustriert, rund 300 Seiten umfassen und mit einer Auflage von 500 Exemplaren erscheinen, die zum Preis von jeweils 20 Euro angeboten werden sollen.

Dabei, so Reitz, sind neben den Ergebnissen aus der Durchforstung alter Archive und Dokumente, wobei die Planungsgruppe vom Höchster Gemeindearchivar Karlheinz Jungermann nachhaltig unterstützt worden ist, auch Zeitzeugen mit eigenen Beiträgen zu Wort gekommen.

Damit wird die Lektüre dieser Dorfchronik mit den Bereichen Natur und frühe Geschichte, Das alte Mümling-Grumbach, Persönlichkeiten sowie das neue Mümling-Grumbach zu einer anschaulichen Zeitreise insbesondere durch die jüngere Vergangenheit des im Jahr 1310 erstmals urkundlich erwähnten Ortes. Dabei findet die Geschichte von 100 noch heute erhaltenen Gebäuden ebenso ihren Niederschlag wie jene des Vereinslebens und der sportlichen Aktivität oder der wirtschaftlichen Entwicklung. Schließlich war Mümling-Grumbach bis 1921 Standort der Gummiwerke Odenwald (heute Metzeler bei Pirelli).

Namens des Höchster Bürgermeisters Reiner Guth, der auch Vorsitzender des dortigen Vereins für Heimatgeschichte ist, würdigte die Beigeordnete Monika Schmauß das beispielhafte Engagement der Grumbacher für ihr Jubiläumsfest, das von großem Gemeinschaftsgeist zeuge. Die Beigeordnete machte deutlich, dass die Herausgabe der Chronik auch ein besonders Anliegen des Bürgermeisters und seines Geschichtsvereins sei und dieser deshalb die Vorfinanzierung der Auflage übernommen habe. ,,Und auch beim Vertrieb des Buches", so Schmauß, ,,wird die Gemeinde Höchst die Grumbacher nicht im Regen stehen lassen".